In Deutschland herrscht die allgemeine Krankenversicherungspflicht. Arbeitnehmer müssen sich bis zu einem gewissen Einkommen immer in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichern lassen. Arbeitnehmer, die über der sogenannten Jahresarbeitsentgeltgrenze, auch Versicherungspflichtgrenze genannt, liegen, müssen sich privat krankenversichern lassen. Manche Selbstständige können sich unter bestimmten Voraussetzungen entweder in einer gesetzlichen oder in einer privaten Krankenkasse (PKV) versichern lassen.

Versicherungspflicht

Die Versicherungspflicht ist im § 5 des Sozialgesetzbuches (SGB) V festgelegt und definiert. In Deutschland sind nicht nur Arbeitnehmer pflichtversichert, sondern auch andere Personengruppen. Zu diesen zählen:

* Auszubildende, Studenten und Praktikanten

* Rentner

* Bezieher von Arbeitslosengeld

* Unternehmer im Bereich der Land- und Forstwirtschaft und deren Angehörige

* Künstler

* Personen, die bereits gesetzlich versichert waren

Es gibt allerdings einige Ausnahmen von dieser Versicherungspflicht. Dazu gehören haupt- sowie freiberuflich Selbstständige und Beamte, Zeitsoldaten sowie Richter. Im deutschen Krankenversicherungssystem gibt es jedoch eine freie Versicherungswahl für alle Versicherten.

Freiwillige Krankenversicherung

Unter bestimmten Voraussetzungen kann man sich von der Versicherungspflicht befreien und sich freiwillig in einer PKV versichern lassen. Die genaue Erläuterung dazu findet man im § 8 des SGB V. Eine freiwillige private Krankenversicherung ist möglich:

* wenn die Jahresarbeitsentgeltgrenze vom Gesetzgeber erhöht wurde und das Einkommen nun darunter liegt

* bei Arbeitslosigkeit, wenn man noch nicht gesetzlich versichert war

* bei begrenzen Tätigkeiten während der Elternzeit

* bei der Pflege von Angehörigen

* wenn das Jahreseinkommen seit mindestens fünf Jahren unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt

* bei einer Umschulung, die durch die Rentenversicherung gefördert ist

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